GdA-News, Nr. 2 (April 2020): Der 1. Band der Geschichte der Anarchie ist jetzt online!

Das war eine schwere Geburt! Die Entwicklung der Onlineausgabe der „Geschichte der Anarchie“ von Max Nettlau hat uns in den letzten drei Monaten viel Arbeit gemacht. Umso größer ist jetzt unsere Freude, dass wir heute die Onlineausgabe des ersten Bandes der „Geschichte der Anarchie“ für die öffentliche Nutzung freigeben können. Diese ist inhaltlich identisch mit der gedruckten Buchausgabe, die im Dezember 2019 im Libertad Verlag erschienen ist.

Mit der Onlineausgabe der „Geschichte der Anarchie“ startet zugleich auch ein einzigartiges Experiment zur Schaffung einer multimedialen Edition, die ihren Leser*innen die Möglichkeit geben wird, sich an der Fortschreibung von Max Nettlaus Werk zu beteiligen.

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Vor der Freigabe der Onlineversion für die öffentliche Nutzung hatten wir sie mit Usern, die sich auf unseren Aufruf im letzten GdA-Newsletter dazu bereit erklärt hatten, auf „Herz und Nieren“ getestet. Insgesamt haben sich zum Testbetrieb neun Teilnehmer*innen angemeldet, von denen uns sieben nach dem Ende des Testes den von uns entwickelten Fragebogen beantwortet und zurückgeschickt haben.

Der Ergebnisse des Testbetriebes

Erfreulicherweise wurden im Testbetrieb keine gravierenden technischen Probleme oder Mängel festgestellt (falls aber doch noch jemand bei der Nutzung der GdA-Onlineausgabe auf ein technisches Problem stoßen sollte, so würden wir uns freuen, davon zu erfahren; dann bitte eine Mail an den Systemadministrator schicken unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Das von uns für die Online-Buchausgabe entwickelte Webdesign und die Navigation zur Nutzung der Webseiten wurden als angemessen empfunden. Als hilfreich wurde insbesondere die Seitensprung-Funktion bewertet, mit deren Hilfe man innerhalb des Buches direkt zu einer bestimmten Seite „springen“ kann, ohne sich auf der Navigationsleiste von Seite zu Seite klicken zu müssen.

Einige Test-User haben auch die Nutzung der GdA-Onlineausgabe auf ihrem Smartphone getestet, was dank des responsiven Webdesigns möglich ist. Zumindest für registrierte User machte die Nutzung des Online-Buches auf einem Smartphone durchaus Sinn, weil sie die parallel zur Bildversion des Buches existierende Textversion benutzen konnten, um z.B. eine gut lesbaren Darstellung ihrer Suchergebnisse zu erhalten.

Als hilfreich wurde allgemein die Suchfunktion des Online-Buches empfunden, mit der in den Inhalten des Werkes ergänzend zu dem bereits für die gedruckte Buchversion erstellten Register der Personen und Periodika mit freien Suchbegriffen recherchiert werden kann. Zusätzlich zur einfachen Suchfunktion, die allen Usern der Onlineausgabe zur Verfügung steht, gibt es noch eine sog. SmartSearch-Funktion, die exklusiv von den registrierten Usern der GdA-Onlineausgabe genutzt werden kann und ihnen erweiterte Möglichkeiten der Recherche und Nutzung der Suchergebnisse bietet. Diese erweiterten Funktionen des SmartSearch-Features (die detailliert auf den Hilfeseiten des Werkes beschrieben sind), machten nach Ansicht mehrerer Testteilnehmer besonders bei der Nutzung des Werkes für die eigene wissenschaftliche oder publizistische Arbeit Sinn, da diese durch Nutzung der Textversion des Online-Buches auch die Übernahme von Zitaten ermöglicht.

Recht unterschiedlich waren die Ergebnisse auf unsere Frage, welche der drei folgenden geplanten Programm-Features als Erstes realisiert werden sollten:

  • Die Nutzung von Zusatz-Contents (ergänzende Inhalte):
    Das können das Thema ergänzende Aufsätze von Max Nettlau selber sein oder auch für die Veröffentlichung freigegebene Aufsätze oder auch Auszüge aus Buchveröffentlichungen der an dem Editionsprojekt beteiligten Mitarbeiter*innen.
  • Die Kommentarfunktion:
    Damit können die Leser*innen des Buches ergänzende Anmerkungen zum Text des Buches erstellen und sich auch untereinander über den Inhalt des Buches austauschen.
  • Die Funktion „Private Notizen“:
    Damit kannst Du Dir (quasi wie mit digitalen "Haftnotizen") zu jeder Seite des Buches persönliche (also nicht-öffentliche) Anmerkungen erstellen und diese für Deine eigene Arbeit nutzen.

Vier der Test-User wünschten sich möglichst bald eine Realisierung der Kommentarfunktion, drei gaben dagegen der Nutzung von Zusatz-Contents den Vorzug. Wir werden uns also als Nächstes um die Entwicklung der Kommentarfunktion kümmern, wobei diese (zumindest am Anfang) erst einmal nur den registrierten Usern zur Verfügung stehen wird, um einen Missbrauch der Kommentarfunktion durch Spam- und Hate-Postings auszuschließen. Die geringste Priorität wurde der Funktion der „Privaten Notizen“ beigemessen, die wir dementsprechend in der Entwicklung hintenan stellen.

Möglichst bald wollen wir natürlich auch die Möglichkeit zur Ergänzung des Werkes durch zusätzliche Contents realisieren, die von den registrierten Mitarbeiter*innen des Editionsprojektes selber eingestellt werden können. Das ist ein Angebot, denn zusätzliche Contents, die das Werk Nettlaus ergänzen oder korrigieren, wird es nur geben, wenn diese von den Mitarbeiter*innen des Editionsprojektes auch in der Onlineausgabe aktiv eingepflegt werden. In einem der nächsten Newsletter werden wir detaillierter beschreiben, welche Möglichkeiten es gibt, um Mitarbeiter*in des Editionsprojektes zu werden.

Es gab auch Kritik

Natürlich gab es auch Kritik. Besonders vehement kritisierte ein Test-Teilnehmer, dass die Onlineausgabe der „Geschichte der Anarchie“ von Max Nettlau sich in eine für alle User frei zugängliche Webversion des Buches und in eine andere, nur registrierten Usern zugängliche Version unterteilt, die ihren Usern erweiterte Inhalte, Features und Funktionen anbietet, die den nicht-registrierten Usern nicht zur Verfügung stehen.

Wir haben leider keinen Sponsor, der das Projekt mit großzügigen Spenden unterstützt und es uns ermöglicht, alle Inhalte und Features frei zur Verfügung zu stellen, unabhängig von den Kosten, die mit ihrer Erstellung verbunden sind. Allein der Aufwand für die redaktionelle Erstellung der Buchversion ist sehr hoch, und dieser Aufwand nimmt mit jedem weiteren Band der Werkausgabe sogar noch zu. Auch die Produktion der gedruckten Buchausgabe ist mit hohen Kosten verbunden, von denen wir hoffen, dass wir sie durch den Verkauf des Buches wieder reinbekommen. Deshalb nutzen wir für die Onlineausgabe der „Geschichte der Anarchie“ das Prinzip, das sich in der OpenSource-Bewegung der Softwarenentwicklung seit Jahren gut bewährt hat: Es gibt eine kostenlose Standardversion mit den Kerninhalten und Kernfeatures der Onlineausgabe, die jedem User frei zur Verfügung stehen. Und es gibt erweiterte Inhalte und Features der Onlineausgabe, die exklusiv von den Käufer*innen der gedruckten Buchausgabe sowie von den Mitarbeiter*innen des Editionsprojektes genutzt werden können.

Wir hoffen, dass die User der Onlineausgabe der „Geschichte der Anarchie“ dafür Verständnis haben. Und wir würden uns freuen, wenn der eine oder andere von ihnen durch den Kauf der gedruckten Buchausgabe unser multimediales Editionsprojekt unterstützen würde und dadurch dann als registrierter User auch die erweiterten Inhalte, Features und Funktionen der Onlineausgabe des Werkes nutzen kann.

Zusammenfassend gesagt haben wir durch den Testbetrieb von den Test-Usern nützliche Hinweise und Verbesserungsvorschläge erhalten, die wir bei der Weiterentwicklung der Onlineausgabe – wenn das technisch möglich ist – zu berücksichtigen versuchen.

Wir hoffen, dass die ab jetzt öffentlich nutzbare Onlineausgabe der „Geschichte der Anarchie“ von Max Nettlau möglichst vielen ihrer User von Nutzen sein wird, und wir würden uns freuen, wenn sie sich zu einem interaktiv nutzbaren Medium der kollektiven Geschichtsschreibung des Anarchismus und der Anarchie entwickeln würde.

Mit libertären Grüßen

Jochen Schmück

Projekt-Initiator und –Koordinator
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